Herzhaftes, veganes Gulasch zählt für mich zu den echten Wohlfühlgerichten – besonders an kalten Tagen. Für diese pflanzliche Variante greife ich zu Erbsenschnetzel als Basis. Sie nehmen die typischen Gulasch-Aromen fantastisch auf und sorgen, richtig zubereitet, für einen angenehm zarten Biss. Schon nach dem ersten Probieren war für mich klar: Das ist eine fantastische Alternative zum traditionellen ungarischen Gulasch, die geschmacklich absolut überzeugt.
Mit dem richtigen Vorgehen beim Einweichen und Anbraten der Schnetzel bringst du einen guten Grundstock an Textur ins Gericht. Damit das Gulasch besonders zart wird, lasse ich die Erbsenschnetzel erstmal in heißer Gemüsebrühe quellen – das gibt viel Geschmack und verhindert, dass sie bei längerem Schmoren austrocknen oder zäh werden. Wer sie danach noch ganz kurz scharf anbrät, kann sogar noch zusätzliche Röstaromen herausholen.
Gulasch vegan authentisch zubereiten
Die Basis ist für Gulasch entscheidend, und die gibt es hier klassisch aus geschmorten Zwiebeln. Ich nehme mindestens 900 Gramm Zwiebeln und lasse sie langsam in Öl bräunen, denn je länger sie schmoren, desto mehr Süße und Tiefe erhält das gesamte Gulasch. Erst dann kommt das Paprikapulver dazu: Wichtig ist, dass das Pulver wirklich nur ganz kurz mitgeschmort wird, denn es kann sonst schnell bitter werden. Damit dir das nicht passiert, gleich im Anschluss mit Flüssigkeit ablöschen – ich greife am liebsten zu hellen Bier, Rotwein oder Brühe, je nach Geschmack und Anlass.
Ein typischer Fehler, den ich aus meinen ersten Versuchen kenne: Zu wenig Flüssigkeit und zu wenig Geduld beim Schmoren. Gulasch braucht Zeit und immer wieder einen kleinen Schuss Brühe, damit es schön saftig bleibt und herrlich sämig wird. Als Gewürze kommen noch Tomatenmark für Umami, zerdrückter Knoblauch, Kümmel und Majoran hinzu – das ist ein Muss für den authentischen Geschmack. Der Kümmel wirkt wild, sorgt aber für eine schöne Tiefe und macht das Gericht besonders rund. Für den letzten Kick mache ich das Finish nach meiner liebsten Berliner Variante: ein Hauch fein abgeriebene Bio-Orangenschale. Sie bringt Frische ins Gericht, ohne die traditionellen Aromen zu überdecken.
Servierideen und Tricks für das beste Ergebnis
Beim Servieren gibt es für mich zwei Favoriten – entweder mit Spiralnudeln und einem Klecks veganer Creme getoppt mit frischem Schnittlauch oder, wenn ich Gäste habe, stilecht in einem ausgehöhlten Brotleib als Bowl. Die Creme sorgt für cremige Balance, während die Frische des Schnittlauchs das Gericht wunderbar abrundet. Zudem kannst du beim Gemüsebrühen-Fond und Flüssigkeiten immer schauen, was dir besser schmeckt – mit Bier erhält das Gulasch eine würzige Tiefe, mit Rotwein wird es besonders herzhaft.
Wenn du das Gulasch vor dem Servieren noch etwas stehen lässt, können sich die Aromen noch besser verbinden. Reste lassen sich ideal in den Folgetagen aufwärmen und schmecken sogar oft noch intensiver. So holst du das Maximum aus deinem veganen Gulasch heraus und kannst es ganz unkompliziert an deine eigenen Vorlieben anpassen.
FAQ
Wie wird veganes Gulasch besonders zart?
Entscheidend ist das richtige Einweichen der Erbsenschnetzel in heißer Brühe und das sanfte Schmoren bei niedriger Temperatur. Damit verhinderst du, dass das vegane Gulasch trocken oder zäh wird.
Welche Gewürze sorgen für authentischen Geschmack?
Typische Gewürze für klassisches Gulasch sind edelsüßer Paprika, Kümmel und Majoran. Sie geben dem Gericht zusammen mit Tomatenmark und Knoblauch seine charakteristische Würze.
Wie lange sollte Gulasch im Topf schmoren?
Für eine gute Konsistenz empfiehlt es sich, das Gulasch mindestens 20 bis 25 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln zu lassen. Dadurch verbinden sich die Aromen optimal und die Schnetzel werden schön zart.
Erbsenschnetzel
- 150 g trockene Erbsenschnetzel
- Heißes Wasser oder Gemüsebrühe zum Einweichen
- 1–2 EL neutrales Öl optional zum Anbraten
Gulaschbasis
- 900 g Zwiebeln
- 80–100 ml neutrales Öl
- 3–4 EL Paprikapulver edelsüß
- 1 EL Tomatenmark
- 200 ml dunkles Bier oder Rotwein, helles Bier oder Gemüsebrühe
- 600–800 ml Wasser oder weitere Gemüsebrühe
- 2 Knoblauchzehen zerdrückt
- 1 TL Kümmel
- 1 EL Majoran
- 1–2 TL Essig z. B. Apfelessig
- Salz nach Geschmack
Orangenfinish
- ½–1 TL fein abgeriebene Bio-Orangenschale
Zum Servieren
- 300 g Spiralnudeln
- 2 EL Vegane Creme z. B. Creme Vega
- Frisch geschnittener Schnittlauch
- Oder ausgehöhlter Brotleib als Bowl
Erbsenschnetzel in heißer Gemüsebrühe 5 Minuten köcheln lassen, abgießen und gut ausdrücken. Optional kann das Erbsenschnetzel anschließend kurz auf hoher Hitze angebraten werden.
Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in reichlich Öl 10–15 Minuten goldbraun schmoren lassen.
Hitze reduzieren und das Paprikapulver kurz einrühren und sofort weitermachen, damit es nicht bitter wird.
Mit Bier, Rotwein oder Gemüsebrühe ablöschen und kurz aufkochen.
Erbsenschnetzel in die Basis geben, Tomatenmark einrühren und Knoblauch, Kümmel, Majoran und Salz hinzufügen, damit alles direkt beim Köcheln einzieht. Mit weiteren 600 ml Wasser oder Brühe aufgießen.
30 Minuten köcheln lassen und bei Bedarf etwas Wasser nachgießen, wenn es eindickt.
Mit Essig abschmecken und fein abgeriebene Orangenschale einrühren.
Mit Spiralnudeln veganer Creme und Schnittlauch servieren oder in einen ausgehöhlten Brotleib füllen.
Nutrition Facts
Veganes Gulasch mit Erbsenschnetzel
Amount per Serving
% Daily Value*
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Einfach ungesättigte Fettsäuren
* Percent Daily Values are based on a 2000 calorie diet.